Frauen*futter

… ist Lesefutter. Die vorwärts:buchhandlung Berlin versorgt euch hier mit einer KJPF-Literaturliste mit (brandneuen) Erscheinungen. Danke an dieser Stelle dafür!!!

 

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Die Mütter des Grundgesetzes

Frauen und Männer sind gleichberechtigt.“

Dass im Artikel 3, Absatz 2 Grundgesetz die vollständige Gleichberechtigung der Geschlechter festgeschrieben wurde, haben wir den vier „Müttern des Grund­gesetzes“ zu verdanken. Elisabeth Selbert, Helene Weber, Frieda Nadig und Helene Wessel waren die einzigen Frauen unter den 65 stimm­berechtigten Mitgliedern im Parlamentarischen Rat der jungen Bundesrepublik Deutschland. Ihnen gelang es nach langen Diskussionen, die verfassungsrechtliche Verankerung des Gleich­berechtigungsgrundsatzes durchzusetzen. Daher möchten wir hier gerne nach und nach diese vier beeindruckenden Frauen und ihren Lebensweg vorstellen. Den Anfang macht Helene Weber (CDU), die auch als „die Netzwerkerin“ bekannt geworden ist.

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Elisabeth Selbert

Und zu guter Letzt Elisabeth Selbert. Schauen wir einmal auf ihr Leben…

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 Helene Wessel

Im dritten Teil werfen wir einen Blick auf Leben und Werk von Helene Wessel.

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Frieda_Nadig

Im zweiten Teil stellen wir euch Friederike “Frieda” Nadig, die auch als die “Umsetzerin” bekannt geworden ist, vor.

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Clara Zetkin

In der auch in Deutschland sich formierenden Einheitsfront der Werktätigen dürfen die Millionen Frauen nicht fehlen, die noch immer Ketten der Geschlechtssklaverei und dadurch härtester Klassensklaverei ausgeliefert sind.“ Clara Zetkin, Rede als Alterspräsidentin bei der Eröffnung des Reichstags, 30. August 1932

Am 05.07.2017 begehen wir den 160. Geburtstag von Clara Zetkin, einer engagierten Wortführerin der sozialistischen Frauen- und Arbeiterbewegung. Zeit Clara Josephine Zetkin wieder einmal ins Licht zu rücken.

Uns erreichte noch der Hinweis Elly Heuss-Knapp (der Briefwechsel mit Theodor Heuss „So bist Du mir Heimat geworden“) zu ergänzen! Danke dafür.

Dorothea Christiana Erxleben (1715-1762)

Erste promovierte Frau Deutschlands

erxlebenAn Universitäten wird Wissen produziert. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts war es Frauen verwehrt sich an einer deutschen Universität einzuschreiben. Hatten sie den langen bürokratischen Prozess hinter sich und die Erlaubnis des Professors, durften sie als Gasthörerin oder Studentin Vorlesungen lauschen. Doch ihr Ehrgeiz und Fleiß wurde nicht sofort anerkannt. Insbesondere im juristischen Bereich bedurfte es noch ein paar Jahrzehnte bis man(n) ihnen die Ausübung eines juristischen Berufes erlaubte. Genau so lange dauerte es auch bis Frauen offiziell die wissenschaftliche Karriere ermöglicht wurde und ihnen der Professorentitel verliehen werden konnte.

Eine Ausnahme stellte Dorothea Christiana Erxleben aus Quedlinburg dar. Sie wuchs im 18. Jahrhundert auf. Zu dieser Zeit war die Rolle der Frau als Hausfrau, Ehefrau und Mutter vorgeschrieben. Erxleben Vater, der als Arzt tätig war, förderte seine Tochter dennoch bereits in frühen Jahren sich eigene Gedanken zu machen. Eifrig erforschte Erxleben den seelischen und körperlichen Wechsel zwischen Gesundheit und Krankheit und arbeitete in ihrer eigenen Praxis. Ihre „Praxis“ war ein gut besuchter Ort. Sie ließ es sich auch nicht nehmen ihre Gedanken schriftlich festzuhalten, z.B. 1742 über die „Gründlichen Untersuchungen der Ursachen, die das weibliche Geschlecht vom Studieren abhalten“.

Ihre Ärztekollegen allerdings legten Beschwerde gegen Erxleben ein, da sie keinen medizinischen Abschluss besaß. Wie auch? Frauen war Studieren untersagt. Dennoch fand Erxleben einen Weg ihr Können unter Beweis zu stellen. Mit einer persönlichen Erlaubnis von König Friedrich II. von Preußen, verteidigte sie 1754 ihre Dissertation „von der gar zu geschwinden und angenehmen, aber deswegen öfters unsicheren Heilung der Krankheiten“ an der Medizinischen Fakultät der Vereinigten Friedrichs-Universität Halle-Wittenberg. Sie war damit die erste Frau im deutschsprachigen Raum, die einen Doktortitel erhielt.

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Frauen von Heute

Leymah R. Gbowee

Friedensnobelpreisträgerin

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„Die meisten modernen Kriegsgeschichten ähneln einander, nicht weil die Umstände vergleichbar wären, sondern weil sie auf dieselbe Weise erzählt werden. Es werden Anführer gezeigt […] Und die Kämpfenden sind immer Männer […].“ (aus: „Wir sind die Macht. Die bewegende Autobiographie der Friedensnobelpreisträgerin. Leymah R. Gbowee, Stuttgart 2012)

2011, mit 39 Jahren, erhielt Laymah Gbowee den Friedensnobelpreis. Gbowee stammt aus Liberia, wo sie 1972 geboren ist. Bürgerkriege mach(t)en Liberia zu einem ständigen Ort des Kampfes, des Todes und der Angst und Gewalt. Ihr Engagement begann früh und konzentrierte sich zunächst auf die Arbeit vor Ort, mit Kinder und Jugendlichen. Ihr Ehrgeiz ihren Beobachtungen Ausdruck zu verleihen und den Betroffenen des Bürgerkrieges eine Stimme zu geben, wurde immer größer und sie nahm politischen Einfluss, z.B. als Beraterin für Bürgerkriegsflüchtinge im Gesundheitsministerium.

In ihrer Biographie beschreibt sie gleich auf den ersten Seiten, wie auffällig sich die Geschlechterrollen im Krieg zeigen: Die Männer, die die Gewalt ausführen und Frauen, die sie ertragen, eingeschüchtert werden, versuchen die Familie und ihr Land zu retten. Und nicht nur das: Sobald der Krieg ruhte, bemühten sich dieselben, die den Krieg verursachten, Frieden herzustellen. Und alles ohne die Beteiligung der Betroffenen, insbesondere der Frauen. Deshalb initiierte sie „Women in Peacebuilding“ und eine Frauenbewegung, die friedlichen Protest übte.

Ihr Erfolg gründet zum einen darauf, dass sie viele Frauen zusammenbrachte und damit der liberianischen Regierung vor Augen hielt, dass Krieg nicht im Sinne der Friedensaktivistinnen ist. Zum anderen beeinflusste es nicht nur das Selbstbewusstsein und die Biographie von Gbowee, sondern auch vieler anderer Frauen. Sie trennten sich von ihren gewaltbereiten Männern, zogen ihre Kinder lieber alleine groß und motivierten sich gegenseitig einflussreiche Positionen zu fordern.

Unsere Heldin heute heißt daher: Leymah R. Gbowee und ihre WOMENS PEACE MOVEMENT OF LIBERIA!

Foto: http://www.greatthoughtstreasury.com/sites/default/files/leymah_gbowee2%5B1%5D.jpg

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