KJPF-Bericht 2017

Vom 05. bis 07.  Mai 2017 fanden sich rund 200 Frauen, Männer und Kinder aus ganz Deutschland, teilweise sogar aus dem Ausland, bei der ersten Konferenz junger politischer Frauen (KjpF) im Welcome-Treff in Halle zusammen.

Die Konferenz junger politischer Frauen war und ist eine Austauschplattform in einem diskriminierungsfreien Raum für unpolitische und politisch aktive Frauen und letztendlich ein Experiment, das noch nicht abgeschlossen ist. Das Motto 2017 war: „Macht euch stärker!“. Damit drücken wir aus, dass zum einen die Konferenz als solche junge Frauen stärker macht, weil diese dort Unterstützung von Ansprechpartnerinnen für ihre Fragen zu Beruf, Politik und anderen Themen erfahren haben. Zum anderen sollte sie Frauen ermutigen, ihre Meinung vor einem größeren Publikum vorzutragen.

Letztendlich war die Konferenz junger politischer Frauen ein Supermarkt an politischen Themen und eine Anlaufstelle, um das eigene Netzwerk zu erweitern oder eines aufzubauen. Ein positiver Nebeneffekt ist auch, dass wir mit dieser Konferenz andere Frauen gefördert haben, denn sowohl das Layout wie auch die KJPF-Tassen waren von Frauen gestaltet.  Das Orga-Team hat ehrenamtlich gearbeitet.

Die Intention war Frauen aus den verschiedenen Bereichen eine Bühne zu geben, ihnen Tools zum Netzwerken anzubieten und sie dazu zu ermutigen, sich Politik als ihr eigenes Berufsfeld vorzustellen. Hier werden sie dringend gebraucht, denn die Anzahl der Bürgermeisterinnen in Deutschland ist auf unter 10% gesunken.

Sarah Heinemann, die Mitinitiatorin, hat die Notwendigkeit der Konferenz auf den Punkt gebracht: „Wenn andere uns nicht fördern, nehmen wir das selbst in die Hand!“. Das gilt parteiübergreifend.

Daher fanden sich auch Frauen verschiedener Parteien (GRÜNE, Linke, SPD, CDU), sowie Parteilose im Organisationsteam zusammen.

Einige von uns haben die Erfahrung gemacht, dass Männer gezielter gefördert werden und man ihnen mehr zutraut, sie mehr Respekt erfahren und sichtbarer sind. Bei der Konferenz gab es die Gelegenheit zum politischen Austausch, insbesondere junger Frauen, jenseits einer „männerdominierten Norm“.

Die 68-jährige ehemalige Unternehmerin Inge Stamm, beklagte diese Geschlechterungleichheit: „Es macht mich wütend und traurig, dass ihr jungen Frauen noch immer die gleichen Kämpfe kämpfen müsst, wie wir“, sagte sie bei ihrem Fishbowl-Interview.

Wir sehen als positives Votum für unsere Konferenz, dass Dr. Ursula Sautter, stellvertretende Vorsitzende von UN Women Deutschland, und  vier aktive Politikerinnen aus Bund, Land und Stadt an der Podiumsdiskussion teilgenommen haben und anschließend offen für jede Form von Gesprächen waren: Beate Bröcker, Staatssekretärin im Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration Sachsen-Anhalt, Katharina Hintz, Stadträtin SPD-Fraktion Halle, Cornelia Lüddemann, Fraktionsvorsitzende Bündnis 90/Die Grünen im Landtag Sachsen-Anhalt und Dr. Petra Sitte, Bundestagsabgeordnete  für Die Linke Sachsen-Anhalt. Unsere UnterstützerInnen haben betont, wie froh sie sind, dass das Bewusstsein für gleichstellungspolitische Herausforderungen auch bei unter 35jährigen auf der Agenda steht.

Unser Fazit ist: Es funktioniert, explizit junge Frauen für Politik zu begeistern. Es funktioniert, Frauen zu ermutigen, ihre Meinung zu sagen und dafür ein Forum zu finden. Es funktioniert, Selbstzweifel abzubauen, in dem frau Zuspruch für das erhält, was sie leistet. Es funktioniert, ehrenamtlich eine dreitägige Konferenz zu organisieren und Teilnehmende dafür zu gewinnen.

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